Das war ein historischer Zeitpunkt. Wir sind eine große Gemeinschaft und Early Excellence wächst weiter.
Sabine Hebenstreit-Müller

Fachtag Early Excellence 2026
Es war ein festlicher Fachtag bei schönstem Sommerwetter. Am 18.06.2026 wurde vor rund 300 Teilnehmer*innen in der Komischen Oper Berlin das überarbeitete Beobachtungsverfahren des Early Excellence-Ansatzes vorgestellt. Rund ein Viertel Jahrhundert nachdem der Early Excellence-Ansatz durch die Heinz und Heide Dürr Stiftung und insbesondere durch die Initiative von Heide Dürr und der Kuratoriumsvorsitzenden Annette Lepenies als Pilotprojekt in Deutschland eingeführt wurde, konnte der Fachtag auf ein gewachsenes, hoch professionelles und engagiertes Netzwerk blicken.
Durch die Veranstaltung führten die Vorstandsvorsitzende der Heinz und Heide Dürr Stiftung, Isa Baumgarten, und Mireille Kreklow, Stiftungsreferentin der Heinz und Heide Dürr Stiftung. In den einzelnen Vorträgen und Podien wurden sie dabei von den Teammitgliedern der Stiftung unterstützt.
Zunächst betonte Annette Lepenies und im Anschluss Britta Papenguth (Pestalozzi-Fröbel-Haus) in ihren Grußworten die Bedeutung von ressourcenorientierter frühkindlicher Bildung, wie sie der Early Excellence-Ansatz lebt. Dieser aus England stammende Ansatz geht davon aus, dass jedes Kind und jeder Mensch exzellent ist und sich seinen Fähigkeiten entsprechend entwickeln kann. Er fördert die Einbindung von Familien und unterstützt die Öffnung in den Sozialraum. Somit bietet er eine pädagogische Herangehensweise, die verbindend statt trennend wirkt, indem Erziehungspartnerschaften gebildet und das familiäre Umfeld einbezogen wird. In beiden Grußworten wurde deutlich, dass Early Excellence vor 25 Jahren genau zur richtigen Zeit nach Deutschland kam und sich seitdem sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis so weiterentwickelt hat, dass er pädagogische, gesellschaftliche und politische Erkenntnisse integriert, begleitet und vorantreibt.
Den inhaltlichen Anfang auf der Bühne machte das Autor*innen-Team der auf dem Fachtag erstmals vorgestellten Publikation "Kinder verstehen und begleiten – Beobachten und Dokumentieren im Early Excellence-Ansatz", die vom renommierten Verlag das Netz rausgegeben und am 18.06.2026 druckfrisch ihre Veröffentlichung feierte. Prof. Dr. Michael Lichtblau, Dr. Lisa Disep, Felix M. Mayer, Claudia Possekel, Anna-Christina Rau und Sasha Saumweber stellten das überarbeitete Beobachtungsverfahren vor und gaben Einblicke in die Prozessgestaltung rund um die Forschungsphasen und die Entstehung der Publikation. Andreas Reith, Fachberater und Koordinator der Heinz und Heide Dürr Stiftung, moderierte das Podium im Sinne der für den Early Excellence-Ansatz wichtigen Willkommenskultur mit persönlichen Einstiegsfragen.
»Kinder verstehen und begleiten – Beobachten und Dokumentieren im Early Excellence-Ansatz« stellt die Weiterentwicklung eines in der Frühpädagogik etablierten Bildungskonzepts vor. Im Zentrum stehen die systematische Beobachtung von Kindern, die wertschätzende Zusammenarbeit mit Familien sowie die feinfühlige pädagogische Begleitung. Die 200 Exemplare, die der Verlag das Netz zum Fachtag mitgebracht hatte, waren in kürzester Zeit vergriffen.
»Kinder verstehen und begleiten – Beobachten und Dokumentieren im Early Excellence-Ansatz«
Michael Lichtblau · Lisa Disep · Felix M. Mayer · Claudia Possekel · Anna-Christina Rau · Sasha Saumweber
DIN A4, 128 Seiten, ISBN 978-3-86892-209-7
1. Auflage, verlag das netz, 2026
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Buch hier bestellen!Mich berührt und motiviert immer wieder der außerordentliche und radikale Respekt gegenüber Kindern und ihren Familien. Ich bin erneut beeindruckt, wie es der Stiftung und dem Autor*innenteam gelungen ist, diese Haltung in dem Buch zu vermitteln. Ich wünsche mir sehr, dass das Buch eine weite Verbreitung erfährt – auch über die Early Excellence-Community hinaus!
Elke Mrosek, Kommunale Fachberatung Frühkindliche Bildung, Wolfsburg
Nach dem Motto „Wissenschaft meets Praxis“ folgten auf die erste wissenschaftliche Einführung in das Verfahren Beiträge aus der Praxis. Vier Leitungen aus den vier Regionen der bundesweiten Early Excellence-Einrichtungen waren vertreten und teilten ihre Erfahrungen zusammen mit Claudia Possekel, Autorin des Buches und verantwortlich für die Pilotierung des überarbeiteten Beobachtungsverfahrens. Moderiert wurde die Runde von Jennifer Osei-Bonsu, Koordinatorin der Heinz und Heide Dürr Stiftung für die Region Ost. Beeindruckend war die Begeisterung, mit der das erweiterte Verfahren von den Praktikerinnen beschrieben wurde. Herausgestellt wurden aber auch die unterschiedlichen, insbesondere zeitlichen Voraussetzungen, mit denen die Bundesländer in Bezug auf die Dokumentationszeit konfrontiert sind. Als Fazit konnte festgehalten werden, dass das Verfahren bedürfnisorientiert angewendet werden kann, d. h., dass die jeweiligen Tools der Situation entsprechend ausgewählt werden können.
Nach der gemeinsamen Mittagspause wurden die Teilnehmenden ganz im Sinne der von der Heinz und Heide Dürr Stiftung geförderten Kulturvermittlung von der Komischen Oper Berlin mit zwei Liedern und dazu passenden Bewegungen auf den Nachmittag vorbereitet, der der wissenschaftlichen Vertiefung gewidmet war.
Seit 2009 bietet die Komische Oper Berlin in Kooperation mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung Workshops für Familien aus Kitas an, die nach dem Early Excellence-Ansatz arbeiten. Basierend auf dem Grundsatz, Familien frühzeitig in die Bildungsprozesse ihrer Kinder einzubeziehen, nehmen in diesem Kooperationsprojekt Kinder gemeinsam mit ihren Familienangehörigen an einem Opernworkshop teil. Seit 2015 werden zusätzlich Musiktheaterworkshops für pädagogische Fachkräfte angeboten, um die Anregungen aus dem Projekt in der praktischen Arbeit zu verstetigen.
Der Fachtag hat uns 20 Flensburger*innen sehr gut gefallen, tolle Idee mit dem wissenschaftlichen Podium, super Moderation der unterschiedlichen Akteur*innen und ein Mega-Event.
Dagmar Lenz, Regional-Leiterin Kita-Werk des Ev.-Luth. Kirchenkreises Schleswig-Flensburg
Beim Wissenschaftspodium ging es um die Vertiefung der Early Excellence-Forschung. Katharina Middendorf, die in der Kommunikation der Heinz und Heide Dürr Stiftung tätig ist, befragte die Expert*innen insbesondere zu den Themen Wohlbefinden und Basic Needs, die am Vormittag bereits eingeführt wurden. Ebenso wurden mögliche Herausforderungen diskutiert, die am Vormittag von der Praxis angesprochen wurden. Mit Sabine Hebenstreit-Müller, die bei der Geburtsstunde von Early Excellence in Berlin maßgeblich für die Durchführung des Piloten im Pestalozzi-Fröbel-Haus verantwortlich zeichnete, und Prof. Dr. Susanne Viernickel wurden in einem gemeinsamen Praxis-Wissenschaftsgespräch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug zum entwicklungsbiografischen Prozess der Implementierung erörtert. Prof. Dr. Lichtblau und Dr. Lisa Disep, die beide zum Autor*innen-Team gehören, konnten ihre Ergebnisse und Visionen für das Early Excellence-Beobachtungsverfahren auf dem Podium vertiefen, insbesondere auch, wie sich das Early Excellence-Beobachtungsverfahren zu den Richtlinien der einzelnen Bundesländer verhält.
Zur Vertiefung: In dieser Podcast-Folge sprechen Dr. Annette Lepenies und Prof. Dr. Sabine Hebenstreit-Müller über die Anfänge von Early Excellence in Deutschland. Beide waren und sind maßgeblich an der bundesweiten Einführung des Early Excellence-Ansatzes in Deutschland beteiligt. Ohne diese beiden außerordentlichen Leitfiguren wäre der Early Excellence-Ansatz heute vermutlich nicht da wo er ist. War es im Jahre 1999 mit dem Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin „nur“ eine Piloteinrichtung, orientieren sich mittlerweile in ganz Deutschland über 1.000 Häuser an Early Excellence. Erfahren Sie in dieser Podcastfolge wie es dazu kam, wie es heute läuft und wie die Zukunft aussehen kann.
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Und weil der Fachtag nur den Anfang eines neuen Early Excellence-Abschnitts symbolisiert, stellten Isa Baumgarten und Felix M. Mayer zum Ende der Veranstaltung vor, wie die Implementierung weitergehen kann. Konkret sind bereits zwei Online-Veranstaltungen buchbar, für die sich inzwischen über 70 Personen angemeldet haben. Dort wird die Arbeit mit dem überarbeiteten Beobachtungsverfahren erläutert. Ebenso werden die neuesten Ergebnisse in die Weiterbildungen einfließen. Zusammen mit dem Kauf des Buches erhalten die Leser*innen einen Code, mit dem sie Zugriff auf das Arbeitsmaterial bekommen. Auch als Mitglied des digitalen Netzwerkes Early Excellence-Connect können diese Materialien abgerufen werden.
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Weiterbildungen besuchen Publikation bestellenEarly Excellence-Connect beitretenZum Abschied eines ereignisreichen Fachtages sang die Sopranistin Alma Sadé die berühmte Arie „O mio babbino caro” aus Puccinis „Gianni Schicchi”. Schöner hätte der Fachtag der frühkindlichen Bildung an diesem festlichen Ort nicht enden können. Die Heinz und Heide Dürr Stiftung dankt allen Akteur*innen und der Komischen Oper Berlin!
Jedes Kind muss gleiche Bildungschancen haben und das von Anfang an. Den Eltern ist es naturgemäss ein Bedürfnis, das Beste für ihre Kinder zu wollen. Und die Pädagog*innen haben durch ihre Ausbildung die Möglichkeiten, Wege zu finden, den Eltern die Augen für die Stärken ihrer Kinder zu öffnen.
Heide Dürr








































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