Bildung

BERLINER LESEPATEN: Die gute Praxis des Wartens!

Im Zuge unseres Wunsches mitzuteilen, welche kreativen Good-Practice-Beispiele in den letzten Wochen in den unterschiedlichen Förderbereichen entstanden sind, hat uns der Austausch mit den BERLINER LESEPATEN einen ganz wichtigen Aspekt deutlich gemacht:  

Was ist, wenn das, was man der Gesellschaft zu geben hat, im Wesentlichen für eine bestimmte Zeit nicht mehr möglich ist?

Karola Hagen von den BERLINER LESEPATEN hat uns dazu einige wichtige Informationen und Gedanken mit auf den Weg gegeben, die im positiven Sinne von Einschränkungen im Ideenreichtum erzählen und von der Unersetzlichkeit von Nähe:

„Das Stichwort „Die gute Praxis des Wartens“ bildet das ab, was uns alle im Moment eint, aber dennoch für viele ungewohnt ist: das Innehalten, die Entwicklungen abwarten und auf diese reagieren. Auch manche liebgewonnen Aktivitäten wie das Vorlesen oder Lesenüben müssen darauf warten, dass sie wieder in der ursprünglichen Form des direkten Kontakts und mit dessen Wert aufgenommen werden können.

Es gab und gibt Lesepat*innen, die jede/r auf individuelle Weise und teilweise sehr kreativ versuchen, den Kontakt zu den Kindern zu halten, sei es durch Briefe, die über die Kitas/Schulen an die Kinder weitergeleitet werden, kurze Treffen mit Abstand im Kitagarten, durch Vorlesen oder Lesen per Skype, Facetime, Zoom etc. – allerdings nichts was allgemeingültig oder flächendeckend wäre. 

Wir alle wissen, dass dazu die digitalen Möglichkeiten auf beiden Seiten vorhanden sein müssen – in den Elternhäusern gerade der Familien, um deren Kinder wir uns kümmern, ist das leider oft nicht der Fall.

Speziell in den Kitas ist es umso schwieriger, denn welches Kita-Kind sitzt wirklich gerne vor einem Laptop, Tablet o. ä. und lässt sich vorlesen, sofern die Möglichkeit dazu überhaupt besteht? Was das Vorlesen ausmacht, das Miteinander-Sein, die Atmosphäre beim Vorlesen, das in das Buch schauen und es gemeinsam entdecken, Gestik und Mimik – all das ist digital nicht das gleiche.

Wir arbeiten aktuell für den Fall, dass sich die Corona-Krise in der annähernden Deutlichkeit der vergangenen Wochen fortsetzt, an leicht umsetzbaren digitalen Unterstützungsmöglichkeiten, um in Verbindung zu bleiben.“