Forschung

Mein AHA!-Erlebnis in der Forschung… Kein AHA! ist auch ein AHA!

Wir fördern an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Forschungsprojekt von Prof. Dr. Jörn Oliver Sass, der als Professor für Bioanalytik & Biochemie aktiv ist. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit liegt auf der Forschung zu seltenen genetisch bedingten Stoffwechselstörungen.

Von unserem Schreibtisch aus, haben wir uns das so vorgestellt, dass man, wenn man da so im Labor forscht, irgendwann, wie Daniel Düsentrieb fröhlich mit der Glühbirne, die einem aufgegangen ist, einen Kaffee trinken geht und sich sagt: AHA!

Die Antwort, die wir auf die Frage nach einem solchen AHA! Moment erhalten haben, war daher umso verblüffender und hat uns nachdenklich gemacht, in dem Sinne, dass die gesellschaftliche Relevanz von Forschung nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Kommunikation und dem Diskurs darüber abhängt.

In dem Sinne: Antwort ab…

„Bezüglich eines AHA-Moments ist es vielleicht bezeichnend, dass mir kein überzeugendes  AHA-Erlebnis einfällt, das die gesellschaftliche Relevanz unserer Forschung unterstreicht.

Wir forschen in einem Nischengebiet, das erst in den letzten Jahren deutlicher von der breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Ich bin als Naturwissenschaftler mit besonderem Interesse an Stoffwechsel-Prozessen — parallel zur Forschung —  in die Labordiagnostik angeborener Stoffwechselstörungen eingestiegen und habe dort (auch anhand betroffener Patienten) von Anfang an die Relevanz für die Betroffenen  gesehen. Ich war immer davon überzeugt, dass das, was wir tun, für die Betroffenen  wichtig ist, ein besonders prägendes (Einzel-)Ereignis gab es aber nicht.

Die breite gesellschaftliche Relevanz der entsprechenden Forschung wird allmählich durch Initiativen wie  Achse e.V., den Rare-Disease-Day und Forschungsinitiativen wie E-Rare unterstrichen, zudem  auch  durch die in den letzten Jahren vielerorts entstandenen  Zentren für seltene Krankheiten. Am Aufbau eines solchen (frühen) Zentrums war ich in meiner Zeit am Universitäts-Klinikum Freiburg beteiligt; aktuell bin ich Kooperationspartner des Metabolicums Ruhr.

Letztlich werden die gesellschaftliche Relevanz und die Ankunft unserer Forschung in der Gesellschaft am deutlichsten dadurch dokumentiert, dass Fachfremde, wie Ihre Stiftung, unsere Arbeit für relevant halten und fördern. Bei Forschung und ihren  Auswirkungen auf die Gesellschaft  handelt es sich oft langsame, kontinuierlich voranschreitende  Prozesse. Ein echtes AHA-Erlebnis gab es  diesbezüglich für mich leider (?) nicht. Das wird es heute auch generell weniger geben, ein „Heureka!“ des Archimedes wird man in der Forschung nur selten sehen. Die Abläufe sind mehr evolutionär als revolutionär.“

Mehr zum Projekt von Prof. Dr. Jörn Oliver Sass.

Mehr gute Antworten von Prof. Dr. Jörn Oliver Sass auf unsere drei Fragen…

 

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