Adventskalender 2019

Stefanie Hasnaoui

Stefanie Hasnaoui ist Bildungsreferentin, Beraterin für Early Excellence Centres, Projektleiterin Early Excellence-Qualifizierungen beim Paritätischen Bildungswerk BV e.V.

Wofür würden Sie stiften?

„Diese Frage zu beantworten ist spannend und herausfordern zugleich! Es gibt so viele sinnvolle Stiftungszwecke und an der wunderbaren Jubiläumsveranstaltung der Heinz und Heide Dürr Stiftung ist sehr deutlich geworden, wie vielfältig und wichtig, die unterschiedlichen Bereiche sind, in die beispielsweise allein die Heinz und Heide Dürr Stiftung investiert.

Nachdem ich nun über 5 Jahre über die Projektstelle Early Excellence-Qualifizierungen, die ohne die Anschubfinanzierung der Heinz und Heide Dürr Stiftung damals niemals ins Leben gerufen worden wäre, das Fort- und Weiterbildungsprogramm in Frankfurt am Main zum Early Excellence-Ansatz gestalten und den großen Gewinn für die EEC-Einrichtungen und die Kinder und Familien beobachten darf, kann ich aktuell aus meiner Rolle und Funktion heraus nicht anders als zu sagen: Ich würde ebenfalls für die weitere Umsetzung und Verbreitung des Early Excellence-Ansatzes stiften.

Die Praxis zeigt, wie wichtig es für Einrichtungen ist, gute Strukturen für Kinder, Familien und den Sozialraum zu schaffen und gleichzeitig immer wieder die pädagogische Praxis zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Darüber hinaus es aus meiner Sicht notwendig, in dem großen Angebot an pädagogischen Programmen, sinnvollen Initiativen und Projekten, Orientierung und Struktur zu geben, um sich als Einrichtung nicht zu verlieren und das Gefühl zu haben alles umzusetzen zu müssen. Dies leistet aus meiner Sicht alles der Early Excellence-Ansatz, der mit den 3 Säulen (Kind, Familie, Sozialraum) eine umfassende und ganzheitliche Grundstruktur mit Instrumenten zur praktischen Umsetzung liefert aber auch hilft -ausgehend von dem Bedarf der Kinder und Familien und orientiert am Sozialraum- individuell zu sortieren, ob und wenn ja, was es darüber hinaus noch braucht. Welche Kooperations- und Netzwerkpartner_innen hole ich mir ins Boot? Welche Angebote für Familien sollten und können direkt im Haus angeboten werden und wann ist es sinnvoll auf externe Angebote zu verweisen und die Ressourcen des Sozialraums zu nutzen? Ist es sinnvoll sich zusätzlich als Sprachkita zu qualifizieren? Werden Elternbegleiter_innen ausgebildet und eingesetzt? Sollte die Einrichtung eine Heilpädagogin oder Fachkraft für Integration einsetzen?  Und so weiter und so fort.
Damit der Qualitätsgedanke Early Excellence greifen und nachhaltig implementiert werden kann, braucht es einen Prozess, der sich aus verschiedenen Qualitätselementen zusammen setzt und der gut vorbereitet sein will. Dies beinhaltet die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen, Inhouse-Schulungen, Prozessbegleitung sowie die Unterstützung und Rückendeckung des Trägers. Für mich zeichnet sich in der aktuellen Situation gerade der Bedarf  ab, dass Leitungen und weiteren Multiplikator_innen die Weiterbildung zum/zur Early Excellence Berater_in finanziert wird.

Die Weiterbildung ist aus meiner Sicht ein wichtiges Schlüsselelement Leitungen zu stärken den Early Excellence-Ansatz in die Einrichtungen zu implementieren und gleichzeitig Multiplikator_innen und Referent_innen hervor  zu bringen, die die weitere Verbreitung und Bekanntmachung des Early Excellence-Ansatzes ermöglichen. Auch die Förderung der Weiterbildung von Erzieher_innen zu Fachkräften Early Excellence, die den Ansatz von der Basis aus mittragen und stützen, halte ich für wichtig und unterstützenswert auch unter dem Aspekt der Personalentwicklung und Wertschätzung der wichtigen Arbeit der Erzieher_innen. Die Zertifikatskurse Fachkraft Early Excellence und Berater_in für Early Excellence Zentren werden mittlerweile an verschiedenen Standorten angeboten, wodurch wir über eine gute Infrastruktur bezogen auf diese Weiterbildungen verfügen. Aus meiner Beratungspraxis zu den EEC- Fort- und Weiterbildungen spüre ich großes Interesse an den Zertifikatskursen, das häufig aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen der Einrichtungen und Träger nicht in dem Ausmaß -wie gewünscht und gebraucht- umgesetzt werden kann. Aus diesem Grund würde ich, wenn ich die Möglichkeit hätte,  stiften, um möglichst vielen EEC-Interessierten die Weiterbildung zu ermöglichen. 
Außerdem ist für Einrichtungen sehr hilfreich, wenn sie passgenaue und individuelle Beratung erhalten können und Leitungen und Fachberatungen dabei unterstützt werden -je nach Ausgangsvoraussetzung -die wesentlichen Schritte zu identifizieren, zu begleiten und Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Deswegen würde ich, könnte ich stiften, gezielt in den Aufbau von EEC-Koordinierungs- und Begleitungsstellen und in die Weiterentwicklung von EEC-Referent_innen investieren, damit die beschriebene übergeordnete Beratung und Begleitung, die Vernetzung, Bündelung von Synergien und Öffentlichkeitsarbeit zum Early Excellence-Ansatz noch weiter ausgebaut und voran getrieben werden kann. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile bereits Kommunen, verschiedene Träger, Bildungsträger und freiberufliche Referent_innen, die die Qualität und den Nutzen von Early Excellence erkannt haben, mittragen und mitgestalten. Dies weiter zu unterstützen und die bereits geschaffenen Strukturen so zu nutzen, dass alle Akteure den Early Excellence-Ansatz weitertragen und gemeinsam auch politisch verankern können, wäre eine Zukunftsvision, für die ich gerne stiften würde.

Egal wo die EEC-Reise uns ins Zukunft hinführen wird steht fest, dass ohne die finanzielle Unterstützung der Heinz und Heide Dürr Stiftung und die fachliche Expertise der Mitarbeitenden der Heinz und Heide Dürr Stiftung der Early Excellence-Ansatz 2000 seinen Weg nicht nach Deutschland gefunden hätte und sich auch nicht so rasant und qualitativ hochwertig über das Bundesgebiet hätte ausbreiten können. Stellvertretend für die EEC-Akteure und die EEC-Community in Frankfurt am Main/Hessen sage ich herzlichen Dank an die Heinz und Heide Dürr Stiftung für die kontinuierliche finanzielle Unterstützung, die intensive fachliche Begleitung und die personellen Ressourcen, die uns am Standort für die Weiterentwicklung unserer EEC-Prozesse zur Verfügung gestellt werden.“

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