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Fazit zur Early Excellence-Fachtagung

Was für eine gelungene Early Excellence-Fachtagung! Am 24. Mai kam nicht nur online, sondern auch endlich wieder live, unsere engagierte Early Excellence-Community aus ganz Deutschland zusammen. Im Stadtteilzentrum “Weiße Rose” im Stadtteil Mühlenberg stellte das Forschungsteam der Leibniz Universität Hannover ihre Ergebnisse rund um die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik vor.

Lang herbei ersehnt: Endlich ist die Early Excellence-Community wieder live im Austausch.

Mit begrüßenden Worten von Herrn Czimczik, der Fachbereichsleitung Jugend und Familie der Stadt Hannover und unserem Early Excellence-Koordinator Andreas Reith startete die Fachtagung mit den lang herbei ersehnten Ergebnissen.

Projekthistorie: 3-jährigen Forschungsprojekts und 10-jähriger Kooperation.

Seit knapp 10 Jahren kooperieren die Leibniz Universität Hannover mit der Stadt Hannover und der Heinz und Heide Dürr Stiftung. Die Verzahnung der Forschung mit der Praxis stand dabei immer im Mittelpunkt, weshalb früh die Early Excellence-Einrichtungen und die zunehmenden Familienzentren mit ins Boot geholt wurden.

Die intensive Beschäftigung des Early Excellence-Ansatzes (EE) und dessen inklusiven und vielfältigen Werten standen dabei im Mittelpunkt.

Nicht nur die Beforschung des Early Excellence-Ansatzes nahm über die Jahre zu, auch die Anwendungspraxis in den Einrichtungen vor Ort entwickelte sich zunehmend. So wurde es 2019 zum Forschungsschwerpunkt der Gruppe.

Ein bundesweites Modellprojekt nimmt seinen Anfang!

Schwerpunkt der Forschungsgruppe um Dr. Michael Lichtblau, Lisa Disep, Magdalena Hartmann der Leibniz Universität Hannover sollte die “Analyse der Anwendungspraxis der ressourcenorientierten Beobachtungssystematik in Hannover und im Bundesvergleich” sein.

Dabei wurden vier Familienzentren in Hannover und sechs Familienzentren in Berlin, Frankfurt, Stuttgart als Modellstandorte hinzugezogen.

Mit Interviews, teaminternen Gruppendiskussionen, Dokumentenanalysen der Early Excellence-Beobachtungsbögen wurde die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik in seiner bundesweiten Entwicklung betrachtet.

Reflexion der Methodik & Fundierung einer Weiterentwicklungsperspektive.

Dabei ging es nicht nur um die Analyse der bundesweiten Anwendungspraxis, sondern diese zusammen mit Expert*innen und Early Excellence-Multiplikator*innen zu reflektieren.

Durch die Herausarbeitung der Gelingensbedingungen und Hemmnisse soll auch die Weiterentwicklung der EE-Methodik fundiert angegangen werden.

Ein kurzer Einblick in die Ergebnisse des Forschungsprojekts.

Die Forschungsgruppe arbeitete drei Ergebnisthesen heraus:

  • Die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik wird bundesweit weitgehend einheitlich umgesetzt, jedoch wurde sie regional angepasst und unterscheidet sich in der einrichtungsbezogenen Umsetzungspraxis.
  • Die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik wird als Perspektiverweiterung wahrgenommen, trotzdem werden gewisse Limitationen ausgemacht.
  • In der ressourcenorientierten Beobachtungssystematik werden
    sorgeberechtigte Personen und Kinder zwar punktuell adressiert, aber nicht ganzheitlich eingebunden.

Die Thesen wurden dabei auf bundesweite Einheitlichkeit und einrichtungsbezogene Umsetzungspraxis überprüft und mithilfe eines Einblicks in die Dokumentenanalyse genauer erklärt.

Dabei wurden auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Regionen festgestellt und anonymisierte Aussagen der Teilnehmenden hinzugezogen. Ebenso wurden Limitationen der Beobachtungssystematik vorgestellt und diskutiert, um diese für eine Weiterentwicklung besonders zu berücksichtigen.

Fazit & Fragen des Forschungsprojekts.

Das Forschungsprojekt nahm aus der Analyse folgende Thesen mit:

  • Die ressourcenorientierte Beobachtungssystematik wird bundesweit weitgehend einheitlich umgesetzt (z B Reihenfolge der Verfahrensschritte) und in der Praxis als positiv und hilfreich wahrgenommen.
  • Es gibt einrichtungsspezifische und/oder regionale Unterschiede (z B die Teilnahme der Eltern am Auswertungsgespräch) und es werden auch Limitationen wahrgenommen und die Verbindung mit anderen Ansätzen z. B. Marte Meo wird berichtet.

Dabei stellten sich folgende Fragen zur Weiterentwicklung:

  • Von welchen Anpassungen Weiterentwicklungen können auch
    andere Standorte profitieren?

  • Welche Voraussetzungen müssen dafür in der Praxis geschaffen
    werden?
  • Welche inhaltlichen Aspekte sollten im Sinne einer Qualitätssicherung
    zu einem bundesweit einheitlichen Standard zählen?

Ausblick für die Early Excellence-Methodik.

Für die Fortführung des Forschungsprojekts werden verschiedene Phasen durchgeführt. Es beginnt u.a. mit einer Auswertung von Workshops, die im Anschluss des Vortrages folgten.

Feedback der Early Excellence-Community: Eine ausgelassene und neugierig gestimmte Fachtagung.

„Eine gelungene Mischung aus Wissenschaft und Blick in die Praxis. Ein anregender bundesweiter Austausch in den einzelnen thematischen Workshops zum Ressourcenorientierten Beobachtungsverfahren ermöglichte allen Teilnehmenden Einblicke der Umsetzung und ein miteinander darüber ins Gespräch kommen.“ 

Early Excellence-Beraterin Julia Lohse

“Die Tagung war super organisiert, informativ der Vortrag und die Verpflegung lecker. Der Workshop zur Beobachtungssystematik und den verschiedenen Bögen war sehr informativ und spannend und ich hoffe, dass wir uns bundesweit annähern können. […] Gern mehr solcher gut strukturierter Fachtage. Toll, dass auch Dr. Lichtblau und Team sofort mit uns allen weiterarbeiten möchte.”

Early Excellence-Koordinatorin Susanne Gebert

Wir freuen uns über die gelungene Fachtagung und freuen uns auf die kommenden Ergebnisse des Forschungsprojekts der Leibniz Universität Hannover.

Wir möchten allen Teilnehmenden danken, die live und online dabei waren. Ein großer Dank geht an das Forschungsteam, ihrer wissenschaftlichen Hilfskräfte und den Organisator*innen der Stadt Hannover Andreas Schenk und Claudia Possekel für den toll organisierten Tag!

> Die ganze Präsentation der Forschungsergebnisse finden Sie hier!

> Verpassen Sie nicht unseren vierten Vortrag mit Prof. Dr. Lucie Kluge

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