8. Juni 2026 Bildung Kultur

Theater an der Parkaue: Wazn Teez?

Ein Theaterspektakel für die ganze Familie, das in eine zauberhafte Insektenwelt entführt und zum Staunen einlädt.

Webseite Theater an der Parkaue

Ein Insekten-Musical von Martin Heckmanns nach dem Bilderbuch von Carson Ellis, aus dem Englischen von Jess Jochimsen und Anja Schöne.

„Wazn teez?“ – das ist die Sprache der Waldinsekten, mit der sich die fünf neugierigen Insekten Ixi, Fleisel, Brumms, Sisseli und Otto von Ottowo verständigen. „Wazn Teez?“ – „Was ist denn das?“, fragen sie sich, als sie im Frühling einen Trieb aus der Erde lugen sehen. Und ihr Staunen hört auch nicht auf, als die Pflanze immer größer wird, bis sie im Sommer in voller Blüte steht. „Iz an Freuenschuh!“, jubeln die fünf. Als der Herbst kommt, verblüht die Pflanze und wird im Winter von einer Schneedecke bedeckt, um im Frühling wieder neu zu sprießen. Damit erzählt „Wazn Teez?” vom Wunder des Lebens, von einer Reise durch die Jahreszeiten und vom Zusammenhalt einer besonderen Gruppe.

Das Bilderbuch von Carson Ellis bietet einen spielerischen Umgang mit Sprache und lebt den Spaß an Wortexperimenten von Vorschulkindern aus. Es regt darüber hinaus an, eine eigene Phantasiesprache zu entwickeln.

Das „Insektisch“ wurde vom Dramatiker Martin Heckmanns weitergesponnen und im Theater an der Parkaue auf die Bühne gebracht. Die Heinz und Heide Dürr Stiftung hat in vier Einrichtungen der frühkindlichen Bildung Workshops mit Theaterpädagog*innen der Parkaue gefördert. Diese haben den Kindern erste Einblicke in die Geschichte sowie in die Welt der Insekten geschenkt, sodass die Familien gut vorbereitet in die Aufführung gehen konnten.
Die Kinder, die durch den Workshop auf das Stück vorbereitet wurden, konnten das Erblühen der Pflanze kaum erwarten. 

Das Thema „Sprache“ spielt in dem Stück eine zentrale Rolle. Übertragen auf die frühkindliche Bildung wird einmal mehr deutlich, dass Kinder Sprache unbewusst lernen. Sie entwickeln ihr Sprachverständnis vor allem aus ihrer Umwelt – von der Familie, der Kita und ihrem sonstigen Umfeld. Dabei lernen Kinder sprechen, indem sie Handlungen und Gespräche erleben und ausführen, die für sie sinnvoll sind und die sie gemeinsam mit anderen teilen. Wichtig ist dabei, was sie wahrnehmen, äußern und verstehen, nicht die Äußerungen selbst.

Kitas zeichnen sich zunehmend durch sprachliche Heterogenität aus. Kinder mit unterschiedlichsten sprachlichen Voraussetzungen und kulturellen Hintergründen kommen zusammen. Das birgt die Herausforderung, ungleiche Startvoraussetzungen und Kommunikationsbarrieren zu meistern, was meist mit einem erhöhten Ressourcenaufwand verbunden ist.

In den Theaterworkshops konnten die Pädagog*innen Impulse für ihre tägliche Arbeit mitnehmen. Sie lernten, trotz Ressourcenknappheit und wachsender Komplexität Wege zu finden, Impulse zu geben, Neugierde für Sprache zu wecken und die Vermittlung chancengleicher zu gestalten.

Intendant Alexander Riemenschneider inszeniert ein großes Familienmusical, in dem das Ensemble mit Liedern und Zirkuselementen in die Welt zwischen den Grashalmen eintaucht. Die Schauspieler sind mit ihren Rollen verbunden, sogar die Musiker*innen waren als Insekten verkleidet. Die Bühnengestaltung ist einfach und zugleich faszinierend arrangiert. Auch die akrobatischen Darbietungen begeistern das Publikum. Ein rundum mitreißendes Stück!

Nominiert für den IKARUS Theaterpreis 2025 in der Kategorie Kindertheater.

Regie: Alexander Riemenschneider
Bühne: David Hohmann
Kostüme: Martina Lebert
Musik: Tobias Vethake
Dramaturgie: Sabine Salzmann
Künstlerische Vermittlung: Ilayda Schattner

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