Für Kinder ist das Wichtigste, dass sie sich zuhause sicher und geliebt fühlen.
Milena Baisch, Autorin

GRIPS Theater: Laura war hier!
„Unsere Familie ist halt so wie sie ist. Ein Leopardenfahrrad und zwei Mädels.“ sagt die alleinerziehende Mutter von Laura direkt zu Beginn des Stücks, als Laura sich darüber beschwert, dass sie weder einen präsenten Vater, noch Geschwister hat.
Obwohl Laura ihr Fahrrad "Pardy" wie einen sehr guten Freund behandelt und überall mit hin nimmt – was den Hausmeister Wesekus, der im Mietshaus sehr akribisch für Ordnung sorgt, sehr ärgert –, findet sie, dass das keine richtige Familie ist. Eine richtige Familie, so Laura, ist wie die aus der Werbung für die Pizza Famosa: Mama, Papa, Bruder, Schwester.
Als die Mutter Laura, die vom Hausmeister Wesekus zu Unrecht beschuldigt wurde, aus Streitvermeidungsgründen nicht verteidigt, reicht es Laura. Und so macht sich die sechsjährige Laura auf den Weg, um sich eine neue Familie zu suchen. Sie fängt direkt in ihrem Mietshaus an, denn vielleicht wohnt das Glück ja direkt um die Ecke. Hier trifft sie auf Menschen mit ungewöhnlichen Lebensgeschichten und neuen Familienmodellen. Dabei kommt sie auf die Idee, sich ihre Wunschfamilie selbst zusammenzustellen.
Das Stück handelt vom Abenteuer Familie, vom Aufräumen mit normativen Vorstellungen und von Wut, Traurigkeit und Lebensfreude. Die Neuinszenierung ist eine turbulente Reise durch ein Berliner Wohnhaus mit Musik, Humor und jeder Menge Empowerment.
Der Autorin Milena Busch ist es ein Anliegen, zu zeigen, dass es nicht wichtig ist, ob es sich um Vater, Mutter, sieben Tanten und Omas, eine alleinerziehende Person oder Pflegeeltern handelt, die den Kindern das Gefühl geben, ein sicheres Zuhause zu haben und geliebt zu werden. Die perfekte Familie, wie sie in der Werbung oft gezeigt wird, ist nicht immer ein solcher Ort. Auch da gilt es, genau hinzuschauen. Mit dem Stück „Laura war hier” gelingt es Milena Busch, den Lebenshorizont von jungen Kindern zu erweitern. Es regt dazu an, herauszufinden, wer man selbst ist und wie die anderen so sind.
Im Jahr 2015 hat die Heinz und Heide Dürr Stiftung die Autorin Milena Busch für ihr Stück „Laura war hier” gefördert. Neben dem Schwerpunkt „Autor:innenförderung” im Förderzweck Kultur legt die Stiftung im Bildungsbereich einen zentralen Förderschwerpunkt auf den Early Excellence-Ansatz. Dieser zielt darauf ab, Familien in Kitas und Familienzentren aktiv in die frühkindliche Bildung ihrer Kinder miteinzubeziehen. 2017 begann dann die Förderung im Bereich Kulturvermittlung im GRIPS Theater mit vorbereitenden Theaterworkshops für die ganze Familie zum Stück „Laura war hier”, die durch die Kitas und Familienzentren initiiert wurden. Im Anschluss werden die Familien zur Vorstellung eingeladen. Nach einer Corona-bedingten Pause und im Zuge der Neuinszenierung von „Laura war hier” wurden die Familienworkshops am GRIPS Theater in diesem Jahr wieder aufgenommen.
Theaterstück für Menschen ab 6
Mit Liedtexten von Volker Ludwig
Autorin: Milena Baisch
Regie: Ekat Cordes




