6. Juli 2026 Bildung Kultur

Opernkinderorchester 2026

Die Kinder lernen zu verstehen, dass das Orchester nur funktionieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen.

Friederike Geisler-Enke, Projektmanagerin Opernkinderorchester

Mit großer Spielfreude, beeindruckendem Können und viel Begeisterung hat das Opernkinderorchester der Staatsoper Unter den Linden seine Konzertsaison erneut überaus erfolgreich abgeschlossen. Die jungen Musiker*innen präsentierten in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm mit Werken französischer Komponisten. Zu hören waren Auszüge aus Charles Gounods Faust, Jules Massenets Scènes hongroises sowie Jacques Offenbachs Les Contes d’Hoffmann. Unterstützt wurden die 85 Kinder von Solist*innen des Opernstudios der Staatsoper. Erstmals bereicherte zudem der Jugendchor der Staatsoper das Konzertprogramm.

Den Auftakt bildete das Open-Air-Konzert im Rahmen von Staatsoper für Alle auf dem Berliner Bebelplatz. Vor einer eindrucksvollen Kulisse begeisterte das Opernkinderorchester Familien, Musikinteressierte und zahlreiche Passantinnen und Passanten. Die Resonanz war noch größer als im Vorjahr, viele Besucher*innen blieben anschließend auch zum Konzert der Staatskapelle Berlin.

Ein besonderes Highlight war die Moderation von Karin Meissl, die mit viel Charme und Leichtigkeit durch das Programm führte. Mit Interviews auf der Bühne gewährte sie dem Publikum spannende Einblicke in die Arbeit des Opernkinderorchesters und stellte sowohl die jungen Musiker*innnen als auch ihre Mentor*innen vor. Für beste Stimmung sorgte schließlich ihre Tanzanleitung zum berühmten Can-Can von Jacques Offenbach: Zahlreiche Besucher*innen verwandelten mit dieser Mitmach-Performance den Konzertabschluss in ein gemeinsames musikalisches Erlebnis. Auch der Kindernachrichtensender logo! war vor Ort und berichtete über das Opernkinderorchester.

Anfang Juni folgten drei Konzerte im Opernhaus Unter den Linden, die ebenfalls auf große Resonanz stießen. Besonders die beiden Schulkonzerte sorgten für begeisterte Reaktionen des jungen Publikums. Beim ersten Konzert war der Applaus so groß, dass das Orchester gleich zwei Zugaben spielte. Auch im Familienkonzert erwies sich die interaktive Moderation mit der gemeinsamen Tanzanleitung erneut als voller Erfolg. Den feierlichen Abschluss der Saison bildete die Verabschiedung der Kinder, die das Orchester altersbedingt verlassen. Gemeinsam mit ihren Familien erhielten sie Urkunden und Blumen als Anerkennung für ihr Engagement und ihre musikalische Entwicklung.

Das Opernkinderorchester ist ein zentrales Bildungsprojekt der Jungen Staatsoper und ergänzt das große Engagement der Berliner Musikschulen. Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren erhalten hier die Möglichkeit, über einen Zeitraum von neun Monaten Teil eines professionellen Opernbetriebs zu sein. Unter der musikalischen Leitung von Giuseppe Mentuccia entwickeln sie in Stimm- und Orchesterproben, begleitet von Musikpädagog*innen sowie Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, ihre musikalischen Fähigkeiten weiter. Workshops und Probenbesuche hinter den Kulissen eröffnen zusätzliche Einblicke in die Welt der Oper und stärken Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen.

Die Heinz und Heide Dürr Stiftung fördert das Opernkinderorchester gemeinsam mit der Karl Schlecht Stiftung und unterstützt damit ein Projekt, das jungen Menschen den Zugang zu kultureller Bildung und gemeinschaftlichem Musizieren eröffnet. Die Kinder sammeln nicht nur wertvolle musikalische Erfahrungen, sondern lernen auch, Verantwortung zu übernehmen, aufeinander zu hören und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Damit leistet das Opernkinderorchester einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur kulturellen Teilhabe junger Menschen. Und das in enger Zusammenarbeit mit den Familien, die mit viel Engagement die Passion ihrer Kinder fördern und damit zum Gelingen dieses einzigartigen Projekts beitragen.

Während die Konzertsaison erfolgreich abgeschlossen wurde, laufen bereits die Vorbereitungen für das kommende Orchesterjahr. Aktuell finden die Vorspiele für neue Mitglieder statt, und die Planungen für die Spielzeit 2026/27 sind in vollem Gange. Das Opernkinderorchester freut sich darauf, viele neue musikbegeisterte Kinder willkommen zu heißen und gemeinsam mit ihnen ein abwechslungsreiches Programm zu erarbeiten.

Die Heinz und Heide Dürr Stiftung freut sich, dieses besondere Projekt auch in der kommenden Spielzeit gemeinsam mit der Karl Schlecht Stiftung zu begleiten und jungen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, die Welt der Musik mit Freude, Neugier und Engagement zu entdecken.

Herzlich Willkommen: Friederike Geisler-Enke

Seit dieser Saison ist Friederike Geisler-Enke Projektmanagerin des Opernkinderorchesters an der Staatsoper Unter den Linden und begleitet das junge Orchester und ihre Familien mit viel Erfahrung und Begeisterung durch ihre Zeit an der Staatsoper.

Spannende Einblicke in die Arbeit des Opernkinderorchesters bietet das Interview der Karl Schlecht Stiftung mit Friederike Geisler-Enke. Darin berichtet sie über die enge Zusammenarbeit mit den Berliner Musikschulen, den pädagogischen Ansatz des Projekts und die besonderen Momente, wenn Kinder über sich hinauswachsen und gemeinsam musikalische Erfolge erleben. Das Interview macht deutlich, dass das Opernkinderorchester weit mehr ist als ein musikalisches Förderprojekt – es ist ein Ort, an dem Gemeinschaft, Kreativität und kulturelle Bildung erlebbar werden.

Die gebürtige Berlinerin weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, schon als junger Mensch auf der Bühne zu stehen. Sie war elf Jahre lang Mitglied des Jungen Ensembles im Berliner Friedrichstadtpalast und erhielt dort ihre Bühnenausbildung. Anschließend studierte sie Kulturwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau und schloss ihr Masterstudium in Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin ab. Von 2017 bis 2021 unterstützte sie den Lehrstuhl für Tanzwissenschaft der Freien Universität Berlin unter Prof. Dr. Gabriele Brandstetter, wo sie verschiedene Aufgaben zu aktuellen Forschungsschwerpunkten übernahm und Studierende betreute. Von 2017 bis 2018 war sie zudem für die Koordination des Vereins der Freunde und Förderer des Staatsballetts Berlin verantwortlich. Während ihres Studiums absolvierte sie verschiedene künstlerische Praktika beim Schleswig-Holstein Musikfestival, bei der Showproduktionsfirma battleROYAL GmbH sowie in der Musiktheaterpädagogik der Jungen Staatsoper Berlin und der Deutschen Oper Berlin. Zuletzt war sie im Dachverband Tanz Deutschland im Projekt DIS-TANZEN tätig und übernahm 2023 die Ko-Projektleitung des Förderprogramms für solo selbstaständige Tanzschaffende.

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