Das Kleine Theater am Südwestkorso im Berliner Stadtteil Friedenau ist mit seinen 99 Plätzen ein intimer Theaterraum, der auf allen Plätzen eine unmittelbare Teilnahme am Bühnengeschehen ermöglicht. Das Kleine Theater ist eine Uraufführungsbühne, denn alle gezeigten Stücke sind in Berlin noch nicht aufgeführt worden, darunter einmal pro Spielzeit eine eigens für das Kleine Theater entwickelte Uraufführung.

Robert Seethalers Roman "Der Trafikant" feiert im Oktober 2026 unter der Regie von Axel Weidemann im Kleinen Theater am Südwestcorso Premiere. Die Geschichte führt ins Wien des Jahres 1937, wo der 17-jährige Franz Huchel in einer Trafik seine erste Arbeitsstelle antritt und zwischen Zigaretten, Zeitungen und den Gesprächen der Kundschaft seinen Platz im Leben sucht. Die Begegnung mit Sigmund Freud und seine Liebe zu Anezka begleiten ihn durch eine Zeit, in der die Fragen des Erwachsenwerdens zunehmend von den politischen Umbrüchen überschattet werden. Zwischen persönlicher Verunsicherung und wachsendem Widerstand erzählt Seethaler von Freundschaft, Menschlichkeit und der schwierigen Suche nach Haltung in einer Gesellschaft, in der Wegsehen keine Option mehr ist.

"Der Reisende" von Ulrich Alexander Boschwitz in einer Fassung von Mirko Böttcher feiert im März 2025 Premiere. In seinem Roman erzählt der junge Berliner Schriftsteller Ulrich Alexander Boschwitz - der von Auschwitz noch nichts wissen konnte - 1938 im Alter von 23 Jahren die Leidensgeschichte des jüdischen Kaufmanns Otto Silbermann, der durch die nationalsozialistischen Novemberpogrome sein Zuhause, seine Familie und seine Identität verliert. Der deutsch-jüdische Autor, der 1942 im Alter von 27 Jahren mit einem Flüchtlingsschiff im Meer ertrank, zeichnet das beklemmende Bild einer Gesellschaft, die sich in rasendem Tempo ihrer Menschlichkeit entledigt.

Im August 2022 feiert "Die Traumnovelle" von Arthur Schnitzler Premiere. Eine Novelle, die vor rund 100 Jahren geschrieben wurde, aber in ihrem zentralen Thema nicht aus der Zeit gefallen ist. Regisseur Boris von Poser inszeniert gemeinsam mit den Schauspieler*innen ein intensives Stück, das zum Nachdenken über versteckte Ängste, Wünsche und innere Eindrücke einlädt.

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