5. Mai 2026 Bildung

Ausstellung: Biografien der Stadtteilmütter

Die Arbeit der Stadtteilmütter/-väter leistet einen wichtigen und wertvollen Beitrag zum kulturellen Brückenbau für die Familien in den Stadtteilen.

Julia Lohse

Ein Gastbeitrag von Julia Lohse, Koordinatorin des Programms Stadtteilmütter/Stadtteilväter der Stadt Hannover.

Am 24.04.2026 wurde die von mir über einen längeren Zeitraum konzipierte Ausstellung „Lebenswege in Farbe – Künstlerische Umsetzung von Biografien der Stadtteilmütter aus Hannover“ im Künstlerhaus Hannover eröffnet. Die Eröffnung erfolgte durch unsere geschätzte Dezernentin Frau Blasberg-Bense.

Stadtteilmütter und Stadtteilväter sind engagierte Mütter und Väter (m/w/d), die sich durch eine Qualifizierung fundiertes Wissen und Grundlagen zum Bildungssystem, Gesundheitssystem und Informationen über Beratungsangebote in Hannover erworben haben und dieses an Familien weitergeben. Aktuell arbeiten in 48 Familienzentren 63 Stadtteilmütter und Stadtteilväter, die bei verschiedenen Trägern angestellt sind.

Im Sinne der Heinz und Heide Dürr Stiftung und dem Early Excellence-Anssatz stand dabei insbesondere die konsequente Orientierung an Ressourcen, Potenzialen und individuellen Lebensgeschichten im Mittelpunkt. Ziel der Ausstellung war es, einen wertschätzenden Raum zu schaffen, in dem die vielfältigen Biografien der Stadtteilmütter sichtbar und als Ausdruck von Stärke, Erfahrung und gesellschaftlicher Teilhabe verstanden werden.

In meiner Rolle als Programmkoordinatorin für die Stadtteileltern der Stadt Hannover durfte ich durch das Programm führen und gemeinsam mit zahlreichen Gästen diesen besonderen Moment gestalten. Der gesamte Prozess – von der ersten Idee über intensive Dialoge bis hin zur Umsetzung – war geprägt von Partizipation, Empowerment und dem Anspruch, jede einzelne Geschichte in ihrer Einzigartigkeit anzuerkennen.

Die Ausstellung ist damit nicht nur ein künstlerisches Projekt, sondern auch ein Beispiel für gelebte Chancengerechtigkeit und Anerkennung von Vielfalt – zentrale Werte des Early Excellence-Ansatzes. Umso bewegender war es, zur Vernissage so viele Gäste begrüßen zu dürfen und die Ergebnisse dieses gemeinsamen, stärkenorientierten Weges präsentieren zu können.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Biografien von 23 Stadtteilmüttern. In einem partizipativen, stärkenorientierten Prozess wurden diese Lebenswege gemeinsam mit den Künstlerinnen Öznur Cansever und Tatjana Kulakovskaya umgesetzt.

Für mich zeigt dieses Projekt auf besonders eindrucksvolle Weise, was Frauen in ihrer Rolle als Stadtteilmütter bewegt, stärkt und auszeichnet. Es macht sichtbar, wie bedeutsam Anerkennung, Teilhabe und Selbstwirksamkeit für individuelle Entwicklungsprozesse sind.

Bis zum 04.06.2026 wird die Ausstellung in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, Raum 68, weitergeführt und eröffnet dort einen neuen Raum für Begegnung, Dialog und Reflexion. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich vor Ort von der Ausdruckskraft der Werke und der Tiefe der dargestellten Lebensgeschichten inspirieren zu lassen und die Perspektive eines ressourcenorientierten Blicks auf Biografien selbst zu erleben.

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