Insgesamt zeigt der Freiwilligensurvey 2024, dass sich das freiwillige Engagement in Deutschland in seiner herausragenden Bedeutung für das Gemeinwesen als sehr beständig erweist.
aus: Freiwilliges Engagement in Deutschland

Studienergebnisse: Ehrenamt in Deutschland
Rund 27 Millionen Menschen engagierten sich im Jahr 2024 in Deutschland ehrenamtlich!
Das Bundeskanzleramt hat Ende 2025 die Ergebnisse des 6. Deutschen Freiwilligensurveys veröffentlicht. Die repräsentative Studie (Stand 1. November 2025) basiert auf über 27.000 Interviews und erhebt das freiwillige Engagement in Deutschland.
Betrachtet man die Vorsätze der Menschen für das neue Jahr, so finden sich in der Auflistung hauptsächlich individuelle Ziele wie Sparen, Sport oder Stressreduktion. In den zwar nicht repräsentativen Erhebungen, wie z. B. von Statista, tauchen soziale bzw. gesellschaftliche Ziele, wie „Mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen” oder „Sich mehr um die Umwelt kümmern”, eher im Mittelfeld bis im hinteren Drittel auf.
Umso wichtiger ist es deshalb, jetzt zu Beginn des Jahres dem Individualisierungsfokus mit den Ergebnissen der Studie in puncto Ehrenamt, die von der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt beauftragt wurde und Ende 2025 veröffentlicht wurde, etwas entgegenzusetzen.
Obwohl die Zahl der engagierten Personen gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2019 leicht zurückgegangen ist, stimmen viele Ergebnisse der aktuellen Erhebung hoffnungsvoll. Das Engagement ist in den jüngeren Altersgruppen am höchsten. Ebenso ist die Bereitschaft, sich zukünfitg zu engagieren, bei den Jüngeren besonders hoch ausgeprägt. So sind beispielsweise zwei Drittel der 14- bis 29-jährigen Nicht-Engagierten bereit, in den nächsten 12 Monaten eine freiwillige Tätigkeit zu übernehmen.
Der Großteil des freiwilligen Engagements findet im Bereich Sport und Bewegung statt. An zweiter Stelle folgt der soziale Bereich „für Menschen, die Unterstützung brauchen“. Weitere Felder sind Kultur und Musik, Schule und Kindergarten sowie der kirchliche oder religiöse Raum. Zwar engagieren sich Männer und Frauen zahlenmäßig gleich, jedoch sind Frauen überproportional häufig im sozialen Bereich und in Schule oder Kindergarten engagiert, während Männer stärker im Sport sowie im Bereich Unfall- und Rettungsdienst, Freiwillige Feuerwehr und Katastrophenschutz tätig sind.
Interessant ist die Tendenz zu nachhaltigem Engagement. Die Befragten gaben an, mehr Zeit in ihr Ehrenamt zu investieren und ihre Aufgaben dauerhaft wahrnehmen zu wollen. Hier könnte man das Fazit ziehen, dass zwar ein leichter Rückgang in der Quantität, aber ein Anstieg in der Qualität zu verzeichnen ist. Auch die Heinz und Heide Dürr Stiftung setzt bei ihrem Engagement auf eine langfristige Zusammenarbeit mit den Projektpartner*innen. Einige Förderpartner*innen sind bereits seit der Stiftungsgründung dabei und entwickeln ihre Projekte nachhaltig weiter.
Es wurde auch erhoben, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker engagieren als 2019, ein Beispiel ist das Programm „Stadtteilmütter/-väter” der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Die „Stadtteilmütter/-väter” sind Menschen mit Migrationshintergrund, die im Rahmen eines Peer-to-Peer-Ansatzes andere Eltern zu Erziehungsfragen, Kindergesundheit und vielen anderen Themen rund um Familie und Familienleben mit Kindern bis zu zwölf Jahren beraten und unterstützen.
Hier finden Sie eine informative Podcast-Folge zur Entstehung und Arbeit der Stadtteilmütter/-väter.
Zum Schluss ist es wichtig zu erwähnen, dass die Erhebung zeigt, dass das Engagement u. a. vom Bildungsstand abhängt. Laut Studie engagieren sich Menschen mit mittlerer bis hoher Schulbildung stärker gemeinnützig. Dies entspricht der Auffassung des Stifters Heinz Dürr, der immer wieder betont hat, dass Menschen, die einen gewissen (Bildungs-)Wohlstand erreicht haben, der Gesellschaft etwas zurückgeben sollten. Ebenso spricht es das Bestreben der Stifterin Heide Dürr an, allen Kindern die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig von ihrer kulturellen oder sozialen Herkunft.
Dabei sollte im Blick behalten werden, dass Politik und Wirtschaft gerade auch in Bezug auf das unentgeltliche gesellschaftliche Ehrenamt eine Schieflage vermeiden sollten – insbesondere im sozialen Bereich. Dies zeigt der Artikel „Die dunkle Seite des Ehrenamts” von Albert T. Lieberg von der taz.
"Freiwilliges Engagement in Deutschland"
Zentrale Ergebnisse des Sechsten Deutschen Freiwilligensurveys (FWS 2024)
Eine Studie im Auftrag der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt.
Stand: 1. November 2025






