Es gibt weiteres Potenzial für Energieeinsparungen in der Industrie.
Alexander Sauer

Wie wirtschaftlich ist Energieeffizienz?
Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Alexander Sauer, der seit 2015 das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart sowie seit 2020 kommissarisch das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) leitet.
Der Energieeffizienz-Index (EEI) des EEP der Universität Stuttgart hat wieder einmal gezeigt, dass die Industrie deutliches Potenzial für Energieeinsparungen besitzt. Der Index ist im aktuellen Zeitraum gestiegen - getragen von Investitionen und gestärkter Energieproduktivität.
Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit einzelner Maßnahmen lassen sich aus dem Index nicht ableiten, allerdings sollte der Fokus auf marktnahen und wirtschaftlichen Maßnahmen liegen.
Eine Kurzstudie der Hochschule Niederrhein zeigt:
Insgesamt könnten rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs im Industriesektor eingespart werden, verbunden mit einer Investitionssumme von etwa 104 Mrd. Euro und einer mittleren Amortisationszeit von ca. 3,6 Jahren. Besonders wirkungsvoll sind Maßnahmen hinsichtlich der Prozesswärme, Dämmung, Abwärmenutzung und der Optimierung von Steuerung und Regelung.
Die neueste Erhebung des EEI zeigt zudem, dass Förderungen vor allem Prozessoptimierungen unterstützen sollten, da diese die bestehenden Hemmnisse abbauen. Langfristig gilt: Investitionen in Energieeffizienz zahlen sich volkswirtschaftlich aus, erhöhen die Versorgungssicherheit und tragen dazu bei, dass die Umweltziele erreicht werden.







