Stiftung Exilmuseum Berlin
Auf Initiative von Bernd Schultz wurde die Stiftung Exilmuseum gegründet, um den Grundstein für die Realisierung des Exilmuseums zu legen. Die Schirmherrschaft übernahmen die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck.
„Das Wort Exil ist alt und was es bedeutet, wiederholt sich leider immer wieder neu – bis heute. Es steht für hunderttausende einzelne Lebensläufe. Was sie gemeinsam haben: den Verlust der Heimat und jeder Selbstverständlichkeit. Und die Frage bleibt, wieviel Heimat nimmt man mit im Kopf, wenn man fliehen muss? Wie schwer ist und bleibt dieses unsichtbare Gepäck? In welche Richtung geht die Verlorenheit mit den eigenen Füßen? Und wie kann man das alles an einem Ort hier in Berlin darstellen?" (Herta Müller)
2020 gewann Dorte Mandrup aus Kopenhagen den von der Stiftung Exilmuseum Berlin in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ausgelobten Architekturwettbewerb für den Neubau des Exilmuseums am Anhalter Bahnhof.
Der Schwerpunkt des Museums liegt auf der Zeit von 1933 bis 1945, als etwa eine halbe Million Menschen, verfolgt von den Nationalsozialisten, in alle Welt flohen. Vom zentralen Anhalter Bahnhof in Berlin aus begann für unzählige von ihnen der Weg ins – hoffentlich rettende – Exil. Es war immer ein Aufbruch ins Ungewisse, der sie manchmal ein Leben lang von Fremdheit, Angst und Heimweh begleitet hat.
Mit der Werkstatt Exilmuseum in der Fasanenstraße in Berlin-Charlottenburg wird ein Raum geschaffen, in dem diese Schicksalsgeschichten einen Platz in der Öffentlichkeit erhalten. Dabei soll auch eine Brücke in die Gegenwart geschlagen werden: Wie sind Flucht und Entwurzelung zu zentralen Erfahrungen unserer Zeit geworden? Und was können wir aus der Geschichte für heute lernen?
Im Frühsommer 2025 tritt Ruth Ur die Nachfolge des im Jahr 2023 verstorbenen Prof. Dr. Christoph Stölzl, des Gründungsdirektors des Exilmuseums, an und wird das Programm weiterentwickeln. Bis zur Realisierung des Neubaus werden am geschichtsträchtigen Ort der Ruine des Anhalter Bahnhofs öffentlichkeitswirksame Installationen, Projekte und Veranstaltungen umgesetzt.








