24. Juni 2022 Kultur

Theaterdiscounter: Neue Republik

Lassen wir alle Differenzen zwischen früher oder später Eingewanderten hinter uns und gründen eine neue Republik aller hier Lebenden!

Zitat aus der Ankündigung

Das Stück Neue Republik von Akın Emanuel Şipal feierte am 30. Juni 2022 als Open-Air-Inszenierung im Theaterdiscounter Berlin seine Uraufführung. Das Stück befasst sich mit gesellschaftlichen Visionen, der Überwindung von Differenzen und dem Abbau von Klischees in einer zunehmend diversen Gesellschaft.

Im Zentrum steht die Idee, Unterschiede zwischen verschiedenen Migrationsgeschichten zu hinterfragen und ein neues gemeinschaftliches Miteinander zu denken: eine neue Republik aller hier lebenden Menschen. Diese Intention wird durch eine Mischung aus poetischen Bildern und einem klaren gesellschaftlichen Appell getragen.

Auf der Bühne stehen fünf junge Theaterschaffende mit unterschiedlichen Herkunftskulturen sowie eine Musikgruppe. Die Inszenierung verbindet klassische Theaterformen mit Elementen eines politischen Slams. Grundlage sind unter anderem Interviews mit zahlreichen Jugendlichen über ihre persönlichen Erfahrungen mit Integration und gesellschaftlicher Teilhabe.

Der Text von Akın Emanuel Şipal, der durch das Stück „Mutter Vater Land” bekannt wurde, lehnt sich an die Sprache politischer Demonstrationen an. In gebundener, poetischer Sprache wird ein Wandel beschrieben, der auch innerhalb von Familien mit Migrationsgeschichte stattfindet. Ein „Chor der Randständigen” formuliert eine Utopie, in der marginalisierte Perspektiven sichtbar werden und eine aktive Selbstermächtigung möglich wird.

Die dargestellte Vision beschreibt eine neue Republik, die sich durch Kunst, Wissen und ein kollektives Zukunftsdenken definiert. Die Geschichten individueller Herkünfte werden zu einem gemeinsamen Narrativ einer vielfältigen Gesellschaft verwoben.

Spiel, Texte, Interviews: Aybüke Kara, Vera Kloth, Lea Krieger, Lasse Kühlcke, Eren Gündar Regie Adrienn Bazsó, Georg Scharegg
Ausstattung: Felix Lindner
Video: Adrienn Bazsó, Phillip Hohenwarter
Technische Leitung: Stephan Mäusel, David Ojala, Florian Brossmann
Komposition: Elias Aboud
Klarinette: Lourd Hadweh
Viola: Özüm Şemis
Kontrabass: Samar Talaat Hafez
Schlagzeug: Elias Aboud 
Produktionsassistenz: Selma Böhmelmann 

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