Heide Dürr hat 1999 zusammen mit ihrem Mann Heinz Dürr die Heinz und Heide Dürr Stiftung ins Leben gerufen. Von Anfang an waren drei Förderzwecke festgelegt: Bildung, Kultur und Forschung. Daraus sollten Impulse für die Gesellschaft entstehen. Dass sie das auch heute mehr denn je tun, dafür sorgt Heide Dürr als Vorstand der Stiftung u.a. immer noch selbst...

1. Im Logo der Stiftung haben Sie die Idee aufgenommen, Impulse für die Gesellschaft“ zu geben. Welche spezifischen Impulse gab es für die Gründung der Stiftung?

Heide Dürr: Mein Mann und ich haben eine Stiftung ins Leben gerufen, weil wir der Überzeugung sind, dass die, die einen gewissen Wohlstand erreicht haben, der Gesellschaft etwas zurückgeben sollten. Mit dem Geld, das wir zur Verfügung stellten, wollten wir zunächst einmal kleine Impulse geben. Denn, wie ein chinesisches Sprichwort sagt: Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden, als über Dunkelheit zu klagen. Dazu kommt, dass privates Engagement eine Frage der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft ist. Ich möchte sogar noch weiter gehen: Eine Gesellschaft funktioniert nur dann, wenn sich jeder einzelne seiner Verantwortung bewusst ist und sie auch übernimmt. Dies war 1998 unser Grundmotiv für die Gründung der Stiftung.

2. Gibt es Förderbereiche, die für Sie und/oder Ihren Mann in den letzten 20 Jahren an Relevanz und vielleicht sogar Dringlichkeit zugenommen haben?

Heide Dürr: Alle Themen sind relevant, wenn es um die Gesellschaft geht. Für mich ist und bleibt der Bereich der frühkindlichen Bildung ein dringlicher. Und das hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verändert.  Wir müssen weiter dafür sorgen, dass Eltern und Familien einbezogen werden in den Bildungsprozess ihrer Kinder. Dafür steht der Early Excellence-Ansatz, den wir seit Beginn der Stiftung fördern. Unser Forschungsbereich z.B. ist ein Bereich, der stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft gebracht werden sollte. In unserer Gesellschaft ist es nur wenigen bekannt, was gerade in Bezug auf genetisch bedingte Erkrankungen geforscht wird. Und was man nicht kennt, macht Angst. Und Angst wird ihrer destruktiven Kraft dann beraubt, wenn man darüber spricht. Deshalb sollten Forschungsergebnisse verständlich gemacht werden, damit diskutiert werden kann, wie wir mit den Ergebnissen umgehen können.

3. Hätten Sie einen Tipp, wie man sich konkret, auch im Kleinen, engagieren kann?

Heide Dürr: Engagement setzt da an, wo man miteinander spricht. Dass man Menschen zuhört und ihnen da wo sie nicht weiterkommen, weiterhilft. Für alle zwischenmenschlichen Begegnungen finde ich eins wichtig: Interessiert Zuhören und Nachfragen! Das wäre mein Tipp für gesellschaftliches Engagement. Allein, wenn im Gespräch neue Sichtweisen auftauchen, ist das schon ganz schön viel. Vielleicht kann man dann sogar gemeinsame Wege finden.

Vielen Dank für das spannende Gespräch!

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