Ein Erlebnisbericht von Ricarda Wiese.
Am Samstag, dem 10.10.2026, feierten im Familienzentrum Menschenskinder etwa 50 Familien die jährliche Berliner Familiennacht. Das Motto lautete in diesem Jahr „Familie – wo Zukunft entsteht und Demokratie beginnt“. Während der Familiendisco wurden Kinder und Erwachsene deshalb zu kleinen Spielen eingeladen, die Zukunftskompetenzen wie Selbstbewusstsein, Resilienz und Mut stärken können. Eine dieser Einladungen lautete beispielsweise: „Bei der nächsten Musikpause dürfen alle Erwachsenen zu ihren Kindern gehen. Flüstert eurem Kind gerne ins Ohr, was es besonders gut kann.“ Auf diese Weise wurden die Eltern gleichzeitig als Expert*innen ihrer Kinder angesprochen.
Diese Haltung gegenüber den Eltern und Bezugspersonen ist für uns auch im Alltag des Familienzentrums zentral und als zweite Säule im Early Excellence-Ansatz verankert. Umgekehrt durften die Kinder ihren erwachsenen Begleiter*innen während des Stopp-Tanzes ins Ohr flüstern, was sie an ihnen besonders mögen. Später formulierten Kinder und Erwachsene gemeinsam Mut-Sätze, um sie mit nach Hause zu nehmen und beispielsweise an den Spiegel zu hängen. Einige Beispiele sind:
- „Ich schaffe alles und meine Mama schützt mich vor Geistern“
- „Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst“
- „Ich liebe meine Familie, Mama und Papa lieben mich“.
Dazwischen wurde viel getanzt, gelacht und Popcorn gegessen. Da alle Kinder und Erwachsenen immer wieder einzeln nach ihren Musikwünschen gefragt wurden, ergab sich eine vielseitige Playlist. Selbstwirksamkeit und Beteiligung konnten so ganz praktisch erlebt werden. Ebenso gefragt wie die Disco war das Lagerfeuer im großen MenschenskinderGarten. Die 40 Portionen Stockbrotteig waren schnell aufgegessen. Aber auch hier zeigte die Einladung zur Mitgestaltung Wirkung: Eine Familie besorgte spontan Marshmallows, kam zurück und verteilte sie an alle Besucher*innen. Am Feuer gab es Gespräche und es wurden immer wieder Regeln verhandelt. Dürfen Blätter und Stöcker ins Feuer geworfen werden? Das große Stück Holz auch? Und warum der Plastikbecher nicht?
Als das Fest zu Ende ging, fegten die Eltern das Popcorn zusammen und die Kinder halfen, das Feuer zu löschen. Dank vieler helfender Hände waren diese Party-Spuren also schnell verschwunden. Die gemeinsame Tanzfreude, die gegenseitigen Mutmacher und das Erleben von Gemeinschaft werden hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben.

