European Molecular Biology Laboratory (EMBL)
Das Forschungsprojekt von Dr. Matthieu Boulard aus der Epigenetics and Neurobiology Unit des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Rom und Prof. Dr. Stefan Stricker von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Helmholtz Centre for Environmental Health untersucht, wie das erwachsene Gehirn neue Nervenzellen bilden kann. Besonders interessant sind dabei globöse Basalzellen (GBCs), eine seltene Art von Vorläuferzellen, aus denen neue Nervenzellen des Geruchssinns entstehen können. Diese sogenannten Riechneuronen gehören zu den wenigen Nervenzellen, die sich auch im Erwachsenenalter regelmäßig erneuern – und bieten deshalb eine besondere Möglichkeit, die natürlichen Fähigkeiten des Nervensystems zur Regeneration zu erforschen.
Die Forschenden wollen ein Modell entwickeln, mit dem sich dieser Prozess im Labor nachbilden lässt. Dafür sollen GBCs mithilfe eines speziellen Mausmodells erkannt und isoliert und anschließend unter verschiedenen Bedingungen außerhalb des Körpers kultiviert werden. Ein bestimmtes Gen namens Hes6 hilft dabei, die seltenen GBCs eindeutig zu identifizieren. Anschließend soll untersucht werden, welche biologischen Signale die Entwicklung dieser Zellen zu funktionsfähigen Nervenzellen fördern.
Die Forschung soll zunächst ein besseres Verständnis dafür schaffen, wie die Neubildung von Nervenzellen funktioniert. Langfristig könnten die gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, Wege zu finden, wie sich geschädigte Nervenzellen ersetzen oder körpereigene Regenerationsprozesse fördern lassen. Damit eröffnet das Projekt eine mögliche Perspektive für die zukünftige Erforschung von Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Demenz.
