Anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Heinz und Heide Dürr Stiftung haben wir den Gründer gefragt, wie die Stiftungswelt im Allgemeinen und die der Heinz und Heide Dürr Stiftung im Speziellen in den nächsten Jahren weitergehen kann, wird, soll... Et voilá: ein Ausblick in die Zukunft von Heinz Dürr...

1. Was muss sich in der Stiftungswelt in den nächsten Jahren verändern und was sollte so bleiben?

Heinz Dürr: "Wichtig ist, dass Stiftungen am Ball bleiben und nachhaltig - also nicht nur Projekte, sondern Programme - fördern. Stiftungen wollen durch ihre Aktivitäten andere begeistern, alles Dinge die der Staat nur bedingt leisten kann oder will. Gerade deswegen ist eine gute Vernetzung in die Politik wichtig. Ich umschreibe das gerne mit folgendem Bild: Drei Kreise stehen für Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie müssen so angeordnet sein, dass sie sich in der Mitte überschneiden. Ist diese Schnittmenge groß, dann funktioniert die Gesellschaft. Die Kultur gibt die Werte vor, an denen sich eine Gesellschaft ausrichtet. Stiftungen transportieren mit ihren Zwecken Werte. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Verzahnung der Bereiche noch größer wird."

2. Glauben Sie, dass in den nächsten 20 Jahren in Ihrer Stiftung neue Förderzwecke hinzukommen? Und wenn ja, welche wären denkbar?

Heinz Dürr: "Vor 20 Jahren haben wir uns entschieden, unser Engagement breitgefächert in der Stiftung zu verankern. Aus diesem Grund waren wir von Anfang an gut abgedeckt Deshalb werden unsere Förderzwecke bleiben, die Schwerpunkt können sich jedoch verändern. Man muss mit dem Puls der Zeit gehen. Vor zwanzig Jahren war z.B. das digitale Zeitalter noch in seinen Kinderschuhen und Künstliche Intelligenz gab es nur in der Science-Fiction. Erst kürzlich haben wir dieses Thema mit dem Fokus auf die ethische Dimension in unsere Forschungsschwerpunkte aufgenommen. Und wer weiß, ob es das Theater, so wie wir es kennen, in hundert Jahren überhaupt noch gibt. Sicher ist, wir werden beweglich bleiben, Veränderungen kritisch beobachten und innerhalb der Förderzwecke reagieren."

3. Haben Sie alles, was Sie im Sinne hatten zu fördern, schon gefördert oder können Sie uns ein „Geheim-Projekt“ verraten, dass Sie in nächster Zeit anstoßen möchten?

Heinz Dürr: "Geheim-Projekte verrate ich grundsätzlich nicht. Ich war seit jeher ein sehr umtriebiger Mensch, der sich gerne engagiert und Visionen in die Tat umsetzt. Aus diesem Grund habe ich viele Ideen. Wichtig ist, dass unsere Projekte wirksam sind und auf den Grundlagen der Lehren aus der Vergangenheit in die Zukunft weisen. Oder wie der Philosoph Odo Marquard sagte: Zukunft braucht Herkunft. Und unter uns: ein paar „Geheim-Projekte“ habe ich schon im Keller...“

Vielen Dank für das spannende Gespräch!

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