Der Intendant des Berliner Ensemble (BE), Oliver Reese, hat mit der Spielzeit 2017/18 ein Autoren-Programm nach englischem Vorbild aufgelegt, das von uns gefördert wird. Das Programm soll Grundlage für die Entwicklung neuer Stoffe in Zusammenarbeit mit Autorinnen und Autoren bilden. Neben der Kooperation mit bekannten Theaterautoren werden auch Schriftsteller eingebunden, die bisher nur als Roman- oder Drehbuchautoren bekannt sind.

In Workshops werden Texte auf ihre Spielbarkeit geprüft, um sie dann in Zusammenarbeit mit Regisseuren und Dramaturgen weiterzuentwickeln.

Die Drehbuchautoren Burhan Qurbani und Martin Behnke schreiben mit „Kriegsbeute“ das erste Theaterstück des Autoren-Programms, in dem sich die Familiendynastie eines Rüstungskonzerns mehr und mehr selbst bekriegt, sobald sich der nahende Tod des Familienoberhaupts abzeichnet. Im Umfeld der deutschen Waffenindustrie ist das Drama eine bitterböse Familienkomödie über Verdrängung und Lebenslügen, Schuld und Moral. „Kriegsbeute“ fragt nach dem Wert des Menschen innerhalb eines von wirtschaftlichem Profit bestimmten Systems.

Mario Salazar schreibt neben zeitgenössischer Dramatik auch Drehbücher und Prosa. Er erzählt in „Amir“ die Geschichte einer migrantischen Jugend im heutigen Deutschland: zwischen totaler Verweigerung und verzweifeltem Anpassungswunsch, zwischen Bindestrich-Identität und Clan-Zugehörigkeit. Amir ist das Kind arabischer Einwanderer. Abschieben kann man sie als staatenlose Palästinenser nicht, aufnehmen will man sie aber auch nicht. Doch ohne Aufenthaltsgenehmigung keine Arbeitserlaubnis, ohne Arbeit kein Ankommen. Eine Spirale aus Zurückweisung, Frustration, Wut und Kriminalität prägt das Leben von Amir und seiner Familie.

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