Barbara Kühnel ist Bundesweite Projektleitung von Early Excellence. Dabei koordiniert sie unterschiedlichen Standorte, die über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich dazugekommen sind und sort auch überregional dafür, dass dieser wunderbare Ansatz der frühkindlichen Bildung in Kitas, Familien und der Öffentlichkeit bekannter wird und durch eine Fortbildungen auch personell und strukturell implementiert werden kann. Wir wollen wissen, wie das mit den vielen Standorten eigentlich losgegangen ist ...

1. Warum hat die Stiftung Early Excellence von einem Modellprojekt zu einem Programm ausgebaut?

Barbara Kühnel: "Nachdem das Modellprojekt im Kinder- und Familienzentrum Schillerstraße am Pestalozzi-Fröbel Haus (PFH) erfolgreich abgeschlossen war, wurde der Early Excellence-Ansatz in allen weiteren Einrichtungen des Trägers implementiert. Da das PFH mit seinen sozialpädagogischen Einrichtungen und der Ausbildungsstätte für Erzieher*innen weit über die Berliner Grenzen bekannt war, ergab sich eine riesige Nachfrage bei Pädagog*innen aus anderen Bundesländern. Sie wollten die Arbeit in der Praxis sehen und wissen, wie sie umgesetzt werden kann. Deshalb wurde eine Weiterbildung für Early Excellence-Berater*innen entwickelt. Mit der ersten Weiterbildung und vielen darauffolgenden ging eine unaufhaltsame Entwicklung weiter. Um auf die vielen Anfragen reagieren und Fortbildungsprozesse besser steuern zu können, wurde eigenes Fachpersonal in den Regionen Ost, Nord/West, Hessen und  Süd eingestellt. Die Stiftung setzt damit einen bundesweiten pädagogischen Standard für Kinder- und Familienzentren, die nach Early Excellence arbeiten. Dies ist für einen so jungen pädagogischen Ansatz ausgesprochen notwendig, damit die Inhalte nicht verwässern!"

2. „Jede/r ist einzigartig!“ ist der Grundgedanke von Early Excellence. Gilt das auch für die Standorte?

Barbara Kühnel: "Na klar! In der Stadt Hannover  und in Stuttgart im St. Josef nahm die Verbreitung von Early Excellence ihren Anfang. Die Teilnehmer*innen aus den Weiterbildungen gingen beflügelt  und überzeugt zurück in ihre Stadt oder zu ihrem Träger, wo sie mit Kraft und einer unglaublichen Energie mit der fachlichen und finanziellen Unterstützung der Heinz und Heide Dürr Stiftung die Einrichtungen zu Early Excellence- Einrichtungen entwickelt haben.Viele weitere Städte, Gemeinden und Träger  folgten dem Beispiel. Somit haben wir heute gemeinsam die pädagogische Landschaft in Deutschland verändert."

3. Wie würde ein 4-jähriges Kind Early Excellence beschreiben?

Barbara Kühnel: "Ich könnte mir vorstellen, dass in den Beschreibungen in etwa solche Sätze auftauchen würden: „Meine Eltern bleiben manchmal und ich kann ihnen zeigen, was ich den ganzen Tag so mache.“ „Ich freue mich über mein Angebot, da hat meine Bezugserzieherin nur Zeit für mich.“ „Meine Eltern und meine Erzieher*in haben viel Zeit, miteinander über mich zu sprechen, was ich kann und so….“

Vielen Dank für das spannende Gespräch!

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