Förderung Theaterautoren

Autorentheatertage Deutsches Theater Berlin

Unter der Intendanz von Ulrich Khuon führt das Deutsche Theater Berlin jedes Jahr die Autorentheatertage durch. In 2015 wurde das Format neu ausgerichtet. Anstelle von Werkstattinszenierungen werden neue Stücke uraufgeführt . Für die drei Uraufführungen der Stücke hat das DT als Partnertheater das Schauspielhaus Zürich und das Burgtheater Wien gewinnen können. Die ausgewählten Stücke werden von je einem der Häuser – Zürich, Wien oder Berlin – inszeniert, in Berlin bei den Theaterautorentagen erstmals auf die Bühne gebracht und dann ins jeweilige Repertoire aufgenommen und weitergespielt. Die Stiftung fördert die Uraufführung, die vom DT produziert und in den Spielplan übernommen wird. Eine Jury hat hierfür in 2017 das Stück von Sivan Ben Yishai "YOUR VERY OWN DOUBLE CRISIS CLUB" ausgewählt, das am 23. Juni 2017 in den Kammerspielen uraufgeführt wird. im Jahr 2016 wurde das Stück "Gespräch wegen der Kürbisse" von Jakob Nolte gespielt.

AUTORENstudio am Schauspiel Frankfurt

Die Stiftung fördert das AUTORENstudio am Schauspiel Frankfurt mit Jahresstipendien für drei Nachwuchsautoren. Das Theater hat nach dem SCHAUSPIEL- und REGIEstudio dieses Projekt als weiteres Nachwuchsförderprogramm aufgelegt. Jungen, vielversprechenden Theaterautoren soll somit die Chance gegeben werden, im Theater an ihren Stücken zu arbeiten. Sie werden dabei durch Dramaturgen und ausgewählte Tutoren unterstützt.

Pro Stipendienjahr wird mindestens einer der im AUTORENstudio entstandenen Texte in der Spielstätte Box zur Uraufführung kommen. In der Spielzeit 2015/16 arbeiten Roscha A. Säidow, Alexander Eisenach und Sascha Hargesheimer als Autoren am Schauspiel Frankfurt. In der vorherigen Spielzeit waren es Bonn Park, Gerhild Steinbuch und Simon Paul Schneider. Mehr

Weitere Autorenförderung

Die Stiftung unterstützt des weiteren einzelne Autoren bzw. Produktionsteams bei der Erstinszenierung ihrer Stücke. So wurden u.a. folgende Projekte unterstützt:

...am Maxim Gorki Theater Berlin:

Die Stiftung unterstützt Marianna Salzmann, die ein Stück zum Thema "Wofür würdest du sterben" entwickelt. Hierzu befragt sie Menschen zwischen 15 und 25 Jahren aus Berlin und anderen Städten. Daraus soll ein Text als Grundlage für ein Theaterprojekt mit Jugendlichen aus Berlin und Basel entwickelt werden. Das Projekt wird vom Jungen Theater Basel und dem Maxim Gorki Theater koproduziert und soll im Frühjahr 2017 in Berlin uraufgeführt werden. Regie wird Sebastian Nübling führen. Salzmann wurde über Stücke wie „Muttersprache Mameloschn“ und „Wir Zöpfe“ bekannt. .

...im theaterforum Kreuzberg:

Das theaterforum Kreuzberg präsentiert mit hauseigenen Produktionen Autoren, die man in Deutschland kaum kennt oder die zu Unrecht vergessen sind, häufig als Erst- oder Uraufführung.

Im Februar 2017 wurde das Schauspiel „Sprichwörterabend“ des französisch-libanesischen Dichters Georges Schehadé in aktualisierter Übersetzung in einer Berliner Erstaufführung auf die Bühne gebracht. Das Stück handelt von einem Mann, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens erkennen muss, dass Wörter ihre Bedeutung verloren haben und wie die Rettung der Sprache in der Poesie gefunden werden kann.

Im Oktober 2015 wurde "Eurydike" von Jean Anouilh in Berlin erstaufgeführt. In dem Stück geht es um ein junges Paar, das seinen Platz in der Welt sucht und nicht finden kann. Die beiden wollen nicht Teil einer in Konventionen erstarrten Gesellschaft sein. Sie ringen um Integrität und protestieren gegen die Ordnungen, die sie nicht anerkennen, aber auch nicht ändern können. Der Absolutheitsanspruch des Paares, nur in einem neutralen Raum ohne Einfluss der Umwelt leben zu können, lässt sich aber nicht erfüllen.

...am Gripstheater Berlin:

Die Stiftung fördert die Produktion eines Theaterstücks für Kinder ab 4 Jahre. Das Stück „Laura zuhause“ wurde von Milena Baisch entwickelt und mit Musik von Volker Ludwig untermalt, aus dessen Feder das bekannte Stück "Linie 1" stammt. "Laura zuhause" handelt von einem Kind, das mit einem Köfferchen durch ein Mietshaus zieht und Bekanntschaft mit den Nachbarn macht. Dabei wird es mit den unterschiedlichsten Lebensentwürfen konfrontiert. Das Stück wurde am 09.02.2017 uraufgeführt. Das Gripstheater Berlin versteht sich selbst als Autoren- und Uraufführungstheater und sieht sich als Erfinder des emanzipatorischen Kinder- und Jugendtheaters, das nicht nur Kunst macht, sondern auch eine soziale Funktion hat.

...am Theater unterm Dach in Berlin:

DIE WOHLPRÄPARIERTE FRAU von Susanne Jansen in der Regie von Stephan Thiel wurde am 21. April 2016 uraufgeführt. Das Stück handelt vom absurden Streben nach Selbstoptimierung in unserer Wohlstandsgesellschaft, angesichts einer Welt voller Krieg und Hunger. Es zeigt unpolitische Menschen in einem Ausnahmezustand. Ursache und eigene Verstrickung durchschauen sie erst, wenn es zu spät ist. Mehr

Das Stück "#CIRCE Schatz, ich hab die Daten verschenkt!" von Mirko Böttcher wurde am 06. November  2015 im Theater unterm Dach uraufgeführt . In dem Stück geht es um das Szenario der Totalüberwachung. Produziert wurde es von Katja Kettner. Mehr

Reto Kamberger mit seinen Produktionen „Integrare heißt Erneuern“ und „Nach der Arbeit“. Mehr

Uraufführung des Stücks „Patentöchter“ im November 2013. Julia Albrecht und Corinna Ponto treffen sich als Opfer- und Täterangehörige auf der Bühne. Sie setzen sich vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Geschichte mit dem RAF-Anschlag auseinander und stellen Fragen im Hinblick auf die Verantwortung für das Geschehen.

…in den Sophiensaelen in Berlin:

Christoph Nußbaumeder, Autor beim Suhrkamp Verlag, hat sein Stück „Von Affen und Engeln“ zunächst im Mai 2015 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen vorgesellt. Durch die Mittel der Stiftung wurden im Dezember 2015 sechs weitere Vorstellungen in Berlin ermöglicht. In dem Stück, so Nußbaumeder, „sehen wir auf der Rückseite dieser glänzenden Welt, die Sehnsüchte in Konsum verwandelt.“ Mehr

Die Schauspielerin und Autorin Judith Rosmair hat ein Stück für die Sophiensäle entwickelt, das im März 2015 uraufgeführt wurde. Das Stück „Curtain Call“ ist eine neue und genreübergreifende Form des Musik- und Sprechtheaters. Zudem ist es eine humorvolle und sinnliche Auseinandersetzung mit dem Thema Schlaflosigkeit und dem damit einhergehenden Realitätsverlust. Das Stück wird im Dezember 2015 nochmals am Schaupiel Frankfurt aufgeführt. Mehr

Das Stück „Stille Wasser“ von Stephan Thiel feierte 2013 in den Sophiensälen Premiere. Das Stück setzt sich mit alten Rollenbildern auseinander, die sich in Zeiten des Umbruchs neu definieren. Stille Wasser handelt von Männern, von ihren Ängsten und täglichen Problemen.

Im September 2012 wurde das Stück "Meine gottverlassene Aufdringlichkeit" in der Inszenierung des Dramatikers Christoph Nußbaumeder uraufgeführt. Es ist ein Monologstück, das von einer jungen Frau handelt, die als jobbende Kunsthistorikerin ihr prekäres Leben scheinbar im Griff hat.

...Stückemarkt der Berliner Festspiele

Die Stiftung hat von 2009 bis 2015 den Stückemarkt des Berliner Theatertreffens gefördert, der seit über 35 Jahren im Rahmen des jedes Jahr im Mai ausgerichteten Theatertreffens der Berliner Festspiele stattfindet. Er ist ein Marktplatz für Autoren, Verlagslektoren, Theatermacher, Kritiker und Zuschauer. Vor allem aber: ein Sprungbrett für noch unbekannte Dramatiker aus ganz Europa. Viele heute erfolgreiche Dramatiker wurden beim Stückemarkt erstmals präsentiert. Siehe

Beim Stückemarkt erhalten junge Autoren die Möglichkeit, sich während des Theatertreffens erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit 2012 geht der Berliner Stückemarkt neue Wege: zunächst mit der Erweiterung des Autorenbegriffes, indem zum ersten Mal auch Theater-Kollektive ihre Projektkonzepte einreichen konnten. Das dreitägige Jubiläum zu 35 Jahren Stückemarkt im Jahr 2013 war mit dem Rückblick auf Vergangenes ein Wendepunkt hin zu einer weiteren Öffnung für neue Theatersprachen. Ab 2015 können sich klassische Dramatiker mit Ihren Stücktexten sowie Stückentwickler mit ihren fertigen Produkten bewerben.

...an der Volkbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin:

In 2014 wurde das Stück „September 1914“ gefördert, eine ‚Revue‘, die orientiert an Texten von Karl Kraus und begleitet durch Musik der damaligen Zeit die Stimmung beim Ausbruch des 1. Weltkrieges erfolgreich eingefangen hat. Mit der Revue wurde im September 2014 die Spielsaison der Volksbühne im Roten Salon eröffnet und danach dreimal gespielt. Außerdem förderte die Stiftung eine Bühnenfassung der „Blutsbrüder“ nach Ernst Haffner, die im Februar 2015 uraufgeführt wurde. „Blutsbrüder“ ist der kleine Bruder von Döblins „Alexanderplatz“ und handelt von Jugendgangs in den 30er Jahren, von Deklassierten, die der Nationalsozialistischen Bewegung – deren Sprengkraft auch die einer Jugendbewegung war – zutreiben.

…am Theater Rampe in Stuttgart:

Das Stuttgarter Theater ist im Oktober 2013 mit zwei neuen Intendantinnen neu an den Start gegangen. Seitdem wird die Arbeit auf ein Konzept des Autorentheaters aufgebaut. Die Autoren werden bei ihrer Stückentwicklung von Beginn an in die Theaterprozesse eingebunden. Die Stiftung förderte in 2015 eine Adaption des literarischen Werkes von Jewgeni Samjatin „Wir“ unter dem Titel "Big Republic" für die Bühne durch Oliver Schmaering.

… am Deutschen Theater Berlin:

Für Uraufführungen am Deutschen Theater hat die Stiftung Stipendien u.a. an folgende Autoren vergeben:

  • Andreas Dresen für das Stück „Zeugenstand – Stadtguerilla-Monologe“, UA Juni 2002
  • Elfriede Jelinek für das Stück „Jackie und andere Prinzessinnen“, UA November 2002
  • Jenny Erpenbeck für das Stück „Leibesübungen für eine Sünderin“, UA März 2003
  • Armin Petras alias Fritz Kater für eine moderne Adaption von „Die Gerechten“ von Albert Camus, UA Januar 2004
  • Oliver Bukowski für das Stück „Stand By“, UA April 2004
  • Martin Heckmanns für Uraufführung „4 Millionen Türen“, UA Oktober 2004
  • Jon Fosse für die Entwicklung des Stückes „Heiss“, UA im September 2005
  • Roland Schimmelpfennig für die Entwicklung des Stückes „Auf der Greifswalder Straße“, UA Januar 2006
  • Thomas Freyer mit Maren Friedrich, Fabiane Kemmann: Alles aus – Liebe im Hotel, UA in der Box & Bar, März 2009

Auf die Bühne gehört das, was wir im Leben oft nicht verstehen.

Heinz Dürr

Aktuelles

Laufende Theaterproduktionen

AUTORENTHEATERTAGE 2017 am Deutschen Theater Berlin 14.06.17 - 24.06.17.

© Iko Freese / drama-berlin.de